WIRECARD und was jeder daraus lernen sollte

Risk Management ist das A & O beim Investieren

Was bei WIRECARD passiert ist, hat wohl jeder mitbekommen – darauf möchte ich hier nicht weiter eingehen. Dazu gibt es genug Beiträge im Netz. Es geht um etwas viel wichtigeres – um Risiko Management. WIRECARD (genauso wie Corona) ist das Paradebeispiel, daß auch Dinge die wir als nicht wahrscheinlich gesehen haben passieren können. Das verändert die Sicht auf die Welt ein wenig. Selbst ein Meteoriteneinschlag, ein Krieg oder Pleite von McDonalds wären theoretisch möglich (hoffentlich nicht, ich gehe da gerne hin).

In meinem letzen WIRECARD Artikel hatte ich bereits die Frage behandelt „Soll man WIRECARD – bzw. Aktien allgemein – kaufen wenn sie abstürzen oder besser nicht“. Es kommt auf mehrere Faktoren an. Bist Du pleite, hast einen schlecht bezahlten Job und 500 Euro auf der hohen Kante – DEFINITIV nicht! Hast Du ein abbezahltes Eigenheim, verdienst 80.000 € im Jahr und hast 250.000 € auf dem Konto – klar, da kann man mal mit 5000 € so etwas riskieren. Aber auch diesem Kandidaten würde ich nicht raten, 50.000 € in ein Risk Papier zu stecken – das WIRECARD immer war.

Übrigens genauso wie AMAZON, Facebook, Tesla usw. Also alles, was eine bisher durchschnittliche Wertsteigerung von über 20% im Jahr hatte. Das heißt nicht, daß man sich damit überhaupt nicht engagieren darf. Aber man muß die Verhältnismäßigkeit zum Gesamtvermögen im Auge behalten. Ich habe vor 2 Jahren eine Frau kennengelernt, die früher bei WIRECARD gearbeitet hat. Sie sagte mir, daß sie WIRECARD Aktien hat. Aber NUR diese – nichts anderes. Ich habe dazu nur gesagt: „Generalfehler“ und sie: „Ich weiß – trotzdem“. Da kann man auch nicht helfen – manche Menschen müssen ihre Erfahrungen selbst machen. Lehrgeld ist hier das richtige Wort.

Ich lerne auch immer wieder neu dazu. Ich hatte selbst WIRECARD. Hatte sie bei 34 € gekauft und habe den Weg bis 199 € und wieder runter bis auf 18 € mitgemacht. Bei 100 € habe ich den realistischen Wert gesehen. Die Gefahr eines solchen Absturzes habe ich auch nicht für möglich gehalten. Ein DAX Unternehmen, das 20 Jahre lang einen Bilderbuch-Chart hingelegt hat kann nicht über Nacht pleite gehen. Irren ist menschlich… Nachdem sich nach 1 Woche immer noch nichts aufgeklärt hat, war mir das dann doch zu suspekt und ich bin bei 18 € ausgestiegen – mit 7000 € Verlust.

Jetzt kommt das ABER – es bringt mich nicht in Schwierigkeiten! Es waren selbst in der Spitze, als es 40.000 € waren nur 5% des Gesamtvermögens und als ich mit WIRECARD 2015 gestartet hatte, waren es nur 2%. Am Ende waren es 0,80% die ich verloren habe. Selbst der DAX hat sich in der Woche als WIRECARD abgestürzt ist fast nicht bewegt. War zwischenzeitlich sogar im positiven Bereich. 1 von 30 Firmen schmiert ab, vernichtet 21 Milliarden (so viel war WIRECARD wert, als sie in den DAX aufgenommen wurde) und 29 laufen weiter als wenn nichts gewesen wäre. DAS ist die Macht der Diversifikation – der Risikostreuung!

Da könnte man nun sagen: Dann ist ein ETF auf den DAX ja super. Leider nein, weil der DAX im internationalen Vergleich nicht die beste Indexentwicklung hat. Auch nicht langfristig. Es ist zu viel „Schrott enthalten“. Zu viel „deutsche Bürokratie“ und Gesetzesregelungen. Die Amerikaner machen vieles auch nicht besser, aber was Wirtschaft angeht haben sie den Dreh einfach besser raus. Was man auch an der Zahl der meisten Weltfirmen sieht, die in USA gegründet wurden.

Oder sollte man sich nach diesem WIRECARD Desaster doch mehr auf Sicherheiten konzentrieren? Doch wieder Sparbuch? Oder ist Bitcoin die bessere Wahl?

Definitiv NEIN. Sparbuch mit Nullzins und Inflationsgefahr ist nicht die Lösung! Eine vernünftige Aktienauswahl mit vernünftiger Streuung ist die Generallösung. Dann kann auch mal eine WIRECARD pleite gehen – aber der Rest fängt das auf. Es ist doch nicht anders als in der Natur. Sehr viele Lebensformen setzen auf Menge und produzieren mehr Nachkommen als überleben werden. Ein paar erwischt es immer und ein paar werden immer überleben. Es ist nicht schön und es macht keinen Spaß, aber hey Leute – so ist das nun eben mal. Wer damit nicht klar kommt, muß doch wieder ein Sparbuch unters Kopfkissen legen…

Und Bitcoin?
Nun ja – wie wir im Fall WIRECARD sehen liegen auch Analysten immer wieder falsch. Am Ende ist alles nur eine Meinung und Vertrauen. Selbst unser FIAT Geld ist nur deshalb etwas wert, weil alle daran glauben. Ist der Glaube weg… naja das kennt man ja aus den 30er Jahren und der Hyperinflation… Also – WIRECARD wurde von rennomierten Analysten auf 230 € und mehr eingestuft – und wo sind sie jetzt? Bei 1,66 € ! Bitcoin wird mit 100.000  $ bis 300.000 $ genannt – und Jesus konnte über’s Wasser gehen… ja wer’s halt glaubt…

Wie macht man es nun also richtig?

Die Wissenschaft sagt mindestens 20 Aktien mit verschiedenen Branchen und das gleichmäßig verteilt. Länderstreuung werte ich nicht mehr ganz so groß, wegen Globalisierung. Trotzdem kann man das auch gut einflechten. Die Strategie ist einfach und WIRECARD hat da super rein gepaßt! Ich bin auch trotzdem davon überzeugt, daß die Strategie weiterhin der einzig richtige Weg ist. Die Bündelung der größten, erfolgreichsten und sich gleichmäßig entwickelnden Firmen dieses Planeten. 1x im Jahr reballancieren und neu einjustieren. Dann wird sich das Portfolio auch vernünftig entwickeln.

WIRECARD ist auch durch ein internes Problem gestorben ( interne kriminelle Energie oder einen Systemfehler – das wissen wir noch nicht), statt durch ein wirtschaftliches von aussen einwirkendes. Vielleicht auch ein Anzeichen wann man die Reißleine ziehen soll – oder bei billigen Kursen einsteigen könnte. Wie damals bei BP als das Bohrloch im Golf von Mexiko nicht zu zu bekommen war. Das war ein Ereignis „von aussen“. Kann man sicher nicht pauschalisieren – es gibt hier auch 1000 andere Beispiele die das Gegenteil belegen würden. Aber hier war das Ausmaß direkt „fühlbar“.

Fazit:
Schlimme Ereignisse passieren. Das ändert nichts an der Strategie oder Technik wie Investieren funktioniert. Und Börse und Geldanlage funktioniert nach wie vor genauso wie vor der WIRECARD Pleite. Mit Verstand und Zeit.

TIME MAKES MONEY – NOT TIMING !

 

 

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Über Stefan Eggl 66 Artikel
Stefan Eggl schreibt hier über seine Erfahrungen zum Thema Vermögensaufbau. Er ist überzeugt, dass jeder sein Geld mit den richtigen Investments vermehren kann. Auch Du!

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