Sparen für Kinder: So machst du es am besten

Langfristig geht kein Weg an einem Aktiensparplan vorbei

Wer für seinen Nachwuchs Geld anspart, erleichtert ihm den Weg in die Selbständigkeit. Viele Eltern beginnen bereits frühzeitig mit dem Sparen für Kinder und setzen als Zahltag den 18. Geburtstag fest. Gerade zu diesem Zeitpunkt können es Kinder oft dringend gebrauchen, sei es für den Führerschein, die Einrichtung einer eigenen Wohnung oder das Studium. Während der Sparzeit solltest du dir gut überlegen, wo und wie sich das eingezahlte Geld am besten vermehren lässt. Das gute alte Sparbuch hat aufgrund der Niedrigzinspolitik ausgedient. Die Inflationsrate liegt über den Zinsen, wenn es überhaupt noch welche gibt. Lohnte es sich früher noch, das Sparschwein zu füttern, zu schlachten und den Inhalt zu einem Geldinstitut zu bringen, fressen heute die stets ansteigenden Gebühren das Guthaben teilweise auf.

Regelmäßig kleinere Beträge sparen

Was viele Menschen nicht wissen: Spezielle Kinderkonten der Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken belohnen Sparen für Kinder mit bis zu drei Prozent Zinsen. In den meisten Fällen gilt dies allerdings ausschließlich – je nach Geldinstitut – für die ersten 500 bis 1.000 Euro. Deshalb ist es eher für kleinere Sparguthaben geeignet. Da Kinderkonten als reine Guthabenhabenkonten geführt werden und somit eine Überziehung nicht möglich ist, fallen keine Kontoführungsgebühren an. Zum Teil kann es bereits in einem Alter von sieben Jahren eröffnet werden.

Tagesgeldkonten: lohnenswerter als Sparbücher

Gleichfalls für eher kleinere Summen eignet sich ein Tagesgeldkonto. Die Zinsen sind dafür höher als bei einem Spar- oder Girokonto. Aufgrund der Einlagensicherung der EU bis zu 100.000 Euro ist es ebenso sicher wie das Sparbuch. Es lohnt sich in jedem Fall für dich, verschiedene Anbieter einander gegenüberzustellen, damit du die aktuell besten Konditionen herausfindest. Eine Möglichkeit dazu findest du in diesem Artikel über Geldanlage für Kinder: Tagesgeld Vergleich 2020.

Höhere Beträge gewinnbringend sparen für Kinder

Es stehen verschiedene Strategien für die Vermehrung eines Sparguthabens zur Verfügung. Du kannst sowohl vermehrt auf Sicherheit als auch Ausgewogenheit und Rendite setzen. Zum Erreichen deiner persönlichen Ziele bieten sich drei Bausteine an:

  • Höchstmögliche Sicherheit erhältst du durch die Festgeldanlage. Eine Bindung sollte nicht zu lange erfolgen. Steigen die zurzeit niedrigen Zinsen wieder an, bist du ansonsten noch über mehrere Jahre an die geringen Erträge gebunden. Dem gegenüber steht allerdings, dass langfristig angelegtes Festgeld höhere Zinsen bringt.
  • Aktien halten eine deutlich höhere Rendite als Festgelder bereit. Bei einer Investition in die 30 Standartwerte des Dax in Kombination mit einem 15-jährigen Anlagehorizont sind Verluste nahezu ausgeschlossen. Laut einer Berechnung des Deutschen Aktieninstituts betrug die Jahresrendite historisch bei einer Anlagezeit über 18 Jahre im Durchschnitt 8,7 Prozent. Altmeister Warren Buffet empfiehlt: Wer von Aktien keine Ahnung hat, sollte sich einen ETF auf den S&P500 kaufen (das sind die 500 größten Aktienfirmen in den USA).
    Unser Tipp: Setze beim Sparen für Kinder nicht nur auf eine einzelne Aktie, sondern besser auf Fonds.
  • Ausgewogenheit erreichst du, indem du sowohl Festgeld anlegst als auch in Aktien oder Fonds investierst.

ETFs gelten gerade bei langem Anlagehorizont als besonders lukrative Investments.

ETF Sparplan für Kinder

Großer Beliebtheit erfreut sich das Sparen mit ETFs. Vor allem Eltern und Großeltern, die eine etwas höhere Summe anlegen möchten, interessieren sich für diese Variante. Die Abkürzung steht für Exchange Traded Fund. Dahinter verbirgt sich ein börsengehandelter Indexfonds, der die Wertentwicklung eines Index abbildet. Es handelt sich im Prinzip um ein einziges Produkt, das Aktien- und gleichzeitig Fondsvorteile miteinander vereint. Mit einem ETF hast du also die Möglichkeit, mit nur einem kostengünstigen Wertpapier eine Investition in zahlreiche Märkte zu tätigen. Bei den Depots für Kinder fallen meist keine Depotführungsgebühren an. Interessant für den Nachwuchs sind beispielsweise folgende drei Anbieter:

Finvesto – Die Bank hält mehr als 770 sparplanfähige ETFs bereit. Die Gebühren für Sparplanausführungen betragen nur 0,20 Prozent des Kurswertes. Auf nur 10 Euro liegt die Mindestsparrate. Für Minderjährige fallen bis zur Volljährigkeit keine Depotführungskosten an.

Comdirect – Hier gibt es ebenfalls ein breit gefächertes Angebot. 1,5 Prozent von der Sparrate sind für die Ausführungskosten einzurechnen. Gespart werden können Beträge ab 25 bis 10.000 Euro. Außerdem stehen 170 kostenfreie Sparpläne im Angebot.

Consorsbank – Auch bei dieser Bank besteht eine große Auswahl an sparplanfähigen ETF’s. Ausführungskosten und Mindestbetrag sind die gleichen wie bei Comdirect. Eine Höchstgrenze für Sparbeträge ist nicht festgelegt. Interessante Zahlen finden sich im Bereich der Gebühren: Angeboten werden 70 Aktions-ETF’s ohne Orderentgelt sowie 253 kostenfreie ETF-Sparpläne.>

In Immobilien investieren

Indirekt sparen für deine Kinder kannst du mit einem Immobilienkauf. Die Preise für Wohneigentum in Deutschland weisen dauerhaft steigende Zahlen auf und dies soll sich auch in Zukunft weiter fortsetzen. In München beispielsweise zogen die Kaufpreise im Zeitraum von 2009 bis 2019 um 153 Prozent an. Die Zinsen sind zurzeit für Kredite so niedrig wie nie zuvor. Hast du bereits eine gewisse Summe zusammen, kannst du diese als Eigenbeteiligung investieren. Die Raten ersetzen praktisch in diesem Fall den monatlichen Sparbetrag. Vermietest du die Immobilie, finanziert sie sich teilweise sogar selbst.

Ist dir die Anschaffung von Wohnungseigentum eine Nummer zu hoch, hast du auch die Möglichkeit, in Immobilienfonds zu investieren. In der Regel handelt es sich hierbei um Logistik- und Bürogebäude, Einkaufszentren und Hotels. Legst du sowohl national als auch international an, profitierst du von einer breiten Streuung. Sie ermöglicht dir, auch kleinere Beträge zu investieren. Die Erträge derartiger Fonds stammen meist aus Mieteinnahmen und Verkauf. Anlegern bietet sich sogar eine Art Inflationsschutz, da zahlreiche gewerbliche Mietverträge an die Teuerungsrate gekoppelt sind. Bei Immobilienfonds erwartet dich allerdings nur eine eher geringe Rendite. Im Durchschnitt liegt sie bei jährlich 2,5 Prozent.

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Über Stefan Eggl 64 Artikel
Stefan Eggl schreibt hier über seine Erfahrungen zum Thema Vermögensaufbau. Er ist überzeugt, dass jeder sein Geld mit den richtigen Investments vermehren kann. Auch Du!

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