Kaufen, verkaufen, halten, oder was?

Buy & Hold oder besser Traden?

Liste 100 beste Aktien

Um Dinge besser zu verstehen wurde seit jeher auf Geschichten zurückgegriffen, die Sachverhalte anschaulicher darstellen. Ich möchte hier auch 3 Geschichten erzählen. Erfundene – aber das spielt keine Rolle.

Peter ist 20, er ist mit seiner Ausbildung fertig und fängt in einem Betrieb zum Arbeiten an. Er will finanziell vorwärts kommen und denkt sich – Immobilien waren ja immer eine gute Geldanlage, also kauft er sich eine kleine Wohnung von 45qm. Die Kaufnebenkosten bezahlt er bar, die hat er gespart. Selbst wohnt er noch bei den Eltern. Die Wohnung kostet 85.000 Euro. Eine Menge Geld, als Berufsanfänger und mit einem Gehalt von 1600 Euro netto. Und leben möchte er ja auch noch. 1200 Euro plant er zum Leben ein. Mit 400 Euro bezahlt er den Zins und der Mieter bezahlt ihm die Tilgung mit 400 Euro. Nach 18 Jahren ist die Wohung dann abbezahlt und er könnte selbst darin wohnen. Nun läuft aber nicht immer alles glatt. Nach 6 Jahren zieht sein Mieter aus. Peter denkt sich – mist, das ist wohl doch keine so gute Wohnung und verkauft sie. Die Wohnung hat inzwischen an Wert zugelegt. Sie ist jetzt 110.000 Euro wert – prima. Den Gewinn muß er versteuern, Makler und Notar bezahlen und dann macht er sich auf die Suche nach einer neuen Wohnung. Nur… auch alle anderen Wohnungen sind teurer geworden. Er kauft wieder eine 45qm Wohnung. Dieses Mal für 100.000 Euro. Wieder das selbe Spiel. Kaufnebenkosten, Abzahlen, Miete, Warten. Nach 8 Jahren wieder ein Desaster. Der Mieter zieht aus. Peter ist verärgert. Verdammte Wohnungen, warum will da keiner wohnen bleiben? Er entschließt sich wieder die Wohung zu verkaufen und sich auf die Suche nach einer anderen – nun endlich besseren zu machen. Wieder Makler, Verkaufskosten, neue Wohnung suchen, Kaufnebenkosten, abzahlen, warten. Die Wohnung ist inzwischen 160.000 Euro wert. Der Großteil ist abbezahlt, als der Mieter wieder auszieht. Peter ist frustriert. Er will nicht mehr. Die Wohung ist aber nicht das was er sich zum selbst darin Wohnen vorstellt, also verkauft er sie wieder und kauft eine zum selbst darin wohnen. Dafür darf sie auch etwas größer und teurer sein. Sie hat 65qm und kostet 250.000 Euro. Peter hat nun keinen Mieter mehr, der ihm hilft. Er muß monatlich 800 Euro für Zins und Tilgung bezahlen. Er verdient inzwischen mehr, aber unterm Strich bleibt ihm auch nicht mehr übrig wie früher. Er ist inzwischen 40 und das Projekt Wohung ist immer noch nicht beendet. Er zahlt bis er 55 ist, seine Wohnung ab. Dann ist sie schuldenfrei und stolze 500.000 Euro wert. Er freut sich, daß er es geschafft hat seinen Altersruhesitz durchfinanziert zu haben. Die Kosten sind ja auch niedriger, als in Miete zu wohnen…

Nächste Geschichte:
Ein Bergdorf auf einer Insel hat ein Nahrungsmittelproblem und will sich auf die Reise zu einer neuen Bleibe begeben. Sie müssen über das Meer, haben aber keine Ahnung von Navigation. Das wird schon irgendwie gehen, sagen sie sich und fangen an Boote zu bauen und die Insel zu verlassen. Auf offener See haben sie keine Ahnung in welche Richtung sie steuern sollen. Sie treiben umher. Ein paar erreichen eher zufällig als gekonnt eine neue Insel. 2-3 finden sogar mehrere Inseln und die anderen halten sie für Götter, weil sie das Unmögliche geschafft haben. Die meisten aber erleiden Schiffbruch und gehen im nächsten Sturm unter. Ach hätten sie sich doch mit Kompass und Sextant ausgekannt und das Wetter auf dem Meer einschätzen können…

Und noch eine:
Auf einer Anhöhe sind 2 Wiesen. Auf der einen wächst Jahr für Jahr üppiges Gras, Klee und Löwenzahn. Auf der anderen nur wenig und viel Moos. Ein Bauer bringt seine Kühe zur saftigen Wiese, sie fressen sich satt und geben viel und gute Milch. Ein anderer Bauer geht mit seinen Kühen auf die Mooswiese, sie verhungern fast und geben kaum Milch. Das wird schon – sagt der Bauer auf der Mooswiese. Man muß nur lange genug warten, etwas düngen dann kommt hier auch das saftige Gras. Ein Jahr wuchs auch etwas mehr wie sonst. Dann wieder nicht mehr. Jahr für Jahr ging das so weiter. Der Bauer auf der saftigen Wiese wurde immer reicher und der andere dümpelte so vor sich hin.

Mir gefallen diese Geschichten, weil sie sehr viel mit der Börse zu tun haben. Fangen wir gleich mit der letzten an:

Eine Wiese gedeiht prächtig und die andere dümpelt so vor sich hin. Die Ursache – unter der dünnen Erde ist Fels und zu wenig Nährboden für üppiges Wachstum. Das ändert auch Warten oder Düngen nicht. Auf der anderen Seite ist dicke tiefe Erde und genug Nährstoffe und Platz für Wurzeln und Würmer.
Börsenanalogie: 2 Firmen die das selbe machen, können sich ganz unterschiedlich entwickeln. Die Ursachen sind gar nicht so wichtig genau zu wissen. Wichtig ist nur zu wissen, daß es das geben kann. Eine Firma verdient jedes Jahr gutes Geld und die andere nicht. Dann stecke ich doch nicht mein Geld in den Bauern, der seine Kühe auf der Moorwiese grasen läßt und bete, daß sich etwas ändern möge. Vollkommen logisch – aber tausende Aktienkäufer kaufen die Moorwiese und warten Jahre lang, daß endlich saftiges Gras wachsen möge.

Die Bergbewohner die die Insel verlassen müssen. Keiner hat Ahnung vom Meer, von Navigation, vom Wetter. Alle segeln einfach irgendwie los. Der Zufall begünstigt ein paar und ein paar ganz wenige haben ganz viel Glück.
Börsenanalogie: Die meisten Aktienkäufer kaufen irgendwas ohne sich auszukennen. Ohne Plan und mit dem Prinzip Hoffnung. Ein paar machen zufällig Gewinne. Ein paar wenige werden richtig reich. Aber die meisten verlieren immer wieder Geld. Warum beschäftige ich mich nicht mal ordentlich mit dem Thema? Wenn ich zur See möchte, lerne ich erst wie man Karten liest, navigiert und das Wetter einschätzt. Wenn ich Auto fahren möchte, mache ich erst den Führerschein. Wenn ich tauchen möchte, mache ich einen Tauchkurs. Nur an der Börse meint jeder es kommt eh nur auf das Glück an, also kann man auch gleich blind irgendwas kaufen. So ist es eben nicht.

Peter kauft eine Wohnung und als der Mieter auszieht, denkt er die Wohnung wäre nicht gut (ist natürlich Blödsinn, aber eine schöne Analogie zu dem, was viele Aktienkäufer machen). Jedes Mal hat er Kosten und Gebühren und alle anderen Wohnungen sind auch teurer geworden. Er bekommt also nicht günstiger eine andere. In dem Moment als er eine Wohnung verkauft hat, kann er überlegen was er mit dem Geld macht.

1. Alles ausgeben – dann hat er gelebt, aber es ist alles weg. Die Zeit danach wird deshalb finanziell nicht besser – Rentenvorsorge Ade. Er könnte sich von einem kleinen Teil z.B. ein Auto kaufen oder eine Reise machen. Und mit dem Rest?
2. Also den Rest oder alles wieder investieren, wieder eine Wohnung kaufen usw. usw. Das macht auf die Dauer irgendwie keinen Sinn. Dann hätte er besser die erste Wohnung behalten und den Mieterauszug als natürliches Vorkommnis dieser Investitionsmethode hingenmmen. Die Wohnung renoviert und wieder vermietet. Also abgewartet, bis wieder ein neuer Mieter drin ist.
Börsenanalogie: Nur weil eine Aktie mal einen Durchhänger hat, wirft man nicht gleich alles weg. Nur weil der Mieter ausgezogen ist, ist deshalb die Wohnung nicht wertlos. Und das realisierte Kapital kann man meistens auch nur wieder in andere inzwischen auch teurer gewordene Aktien stecken. Also kann man auch genausogut eine (gute) Aktie behalten und abwarten, bis sie sich erholt. Und mit Aktien ist die Handhabung viel einfacher als mit einer Immobilie. Man muß nicht geich die ganze Immobilie verkaufen um sich von einem Teil ein Auto zu Kaufen. Bei Aktien verkauft man einfach nur ein paar und den Rest behält man. Kein Käufer suchen, Makler bezahlen usw.

ABER

Nicht jede Wohnung wird sich sehr gut entwickeln. Am teuersten werden Wohnungen im Stadtkern (kosten aber auch wesentlich mehr). Eigentlich auch logisch, weil dort ist bereits alles verbaut und man kann nichts mehr dazu bauen (außer in die Höhe). Platz bleibt gleich groß – Nachfrage wird durch Bevölkerungswachstum oder reichere Bevölkerung mehr – also steigen die Preise. Bei Aktien gibt es zwar keine Lage, aber Qualitätseinstufungen. Bei Immobilien heißt es Lage, Lage, Lage. Bei Aktien Qualität, Qualität, Qualität.

Kaufen, verkaufen, halten, oder was? Ist eine provokante Überschrift und die Geschichten sollen zeigen, daß es keinen Sinn macht, ständig etwas zu wechseln. Man muß nur wissen, was qualitativ gut ist und daß es auch mal Schwächephasen gibt. Deshalb wechseln macht ganauso wenig Sinn, wie bei Stau auf der Autobahn ständig die Fahrspur zu wechseln. Also – Qualität kaufen und dann gibt es eigentlich keinen Grund, das wieder her zu geben.

Wie Du bei Aktien Qualität erkennen kannst, zeige ich Dir in meinem Videokurs.

Liste 100 beste Aktien

Hol dir meinen Ratgeber: „Der sichere Weg zu mehr Geld und Wohlstand“

  • 10 goldene Regeln für erfolgreichen Vermögensaufbau.
  • 10 fatale Fehler, die alle Anfänger machen und deshalb finanziell nicht vorwärtskommen.
  • Bonus Geheimtipp: Wie Du Dir mit einem Investment ganz einfach ein monatliches Zusatzeinkommen aufbaust.

DAS KÖNNTE DICH AUCH INTERESSIEREN:

Über Stefan Eggl 39 Artikel
Stefan Eggl schreibt hier über seine Erfahrungen zum Thema Vermögensaufbau. Er ist überzeugt, dass jeder sein Geld mit den richtigen Investments vermehren kann. Auch Du!

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*