Die Geschichte der Bärenmärkte von 1926 bis 2020

Krisen wie die Corona-Krise zeigen immer wieder, wie schnell sich der jahrelange Bullenmarkt in einen Bärenmarkt verwandeln kann. Doch wie oft kam es schon zu einem Bärenmarkt und wie lange dauern solche Phasen durchschnittlich? Lies weiter und du kriegst die Antworten.
Weißt du was ein Bärenmarkt bzw. ein Bullenmarkt ist? Was ist eigentlich der Unterschied und was bedeutet Hausse und Baisse? Antworten erfährst Du in diesem Artikel und auf der Seite von erfolgsquelle.net

Wie oft kam es schon zu einem Bärenmarkt?

Ein kleiner Blick zurück in die Geschichte des S&P 500 Indexes

Die obige Grafik zeigt die Dauer der Bullen-, und Bärenmärkte des 20. und 21. Jahrhunderts am S&P 500 Index.
Quelle

1929 Schwarzer Donnerstag

Der Schwarze Donnerstag (24. Oktober 1929) ist wohl der folgenreichste Tag in der Geschichte der Börse, denn auf ihn folgte der folgenreichste Börsencrash. Nachdem bereits schon in den Vorwochen eine angespannte und teilweise ängstliche Stimmung aufgrund von deutlichen Rückgängen des jahrelang steigenden Dow Jones Aktienindexes herrschte, brach dann an diesem Tag die Panik unter den Anlegern aus. Am Schwarzen Dienstag, 29. Oktober 1929, versuchten schließlich fast alle Investoren, ihre Anteile zu verkaufen.

Wie bei vielen Börsenkrachs war auch hier eine Spekulationsblase der Auslöser. Viele Anleger spekulierten auf immer höher steigende Kurse und riskierten viel, einige Millionen nahmen sogar sehr hohe Kredite auf, um zu investieren. Schließlich platzte die Blase und verwandelte den Bullenmarkt in einen 2,8 Jahre langen Bärenmarkt. Der durchschnittliche Effektivzins pro Jahr betrug Ganze – 47 %, wobei der Gesamtverlust bei ungefähr 83 % lag. In Europa wird der Tag aufgrund der Zeitverschiebung als Schwarzer Freitag bezeichnet.

Nachdem die größten Kursverluste überstanden waren, gab es wieder Luft zum Hoffen, der S&P 500 stieg für 2 Monate mit einem gesamten Wachstum von 91 %. Doch dieser
Aufschwung war nicht von Dauer, denn kurz danach brach der Markt wieder ein und wurde für 6 Monate zu einem Bärenmarkt mit Verlust von ungefähr 30 %.

1938 Weltwirtschaftskrise

Nachdem nun wirklich mehr oder weniger das Schlimmste überstanden war, stieg der S&P 500 wieder in die Höhe und die Bullen bestimmten den Markt. Nach ganzen 4,4 Jahren mit einem Gesamtgewinn von 265,4 % beendete sich die Hausse. Es ging wieder abwärts und die Anleger verwandelten sich in Bären. Nach ungefähr 10 Monaten mit einem Negativwachstum von -42 % war diese Phase wieder beendet und wurde von 1,8 Jahren Bullenmarkt gefolgt. Sehr wahrscheinlich spielten die Folgen der  Weltwirtschaftskrise eine ganz entscheidende Rolle bei den Gründen des Crashs. Viele Bürger waren infolge der Krise plötzlich arbeitslos und auf sich allein gestellt. Außerdem entwickelten sich politische Spannungen und Populisten gewannen mehr und mehr Zustimmung.

1942 2. Weltkrieg

Nach einem 1,8-jährigen Bullenmarkt mit einem schmalen Gesamtzuwachs von 43,6 % stürzte der S&P 500 in den nächsten Bärenmarkt, welcher 2,1 Jahre andauerte und ein
Gesamtverlust von 27,8 % verzeichnete. Vermutlich kam es aufgrund des 2. Weltkriegs zu diesem Crash. Viele Menschen hatten Angst, erlebten bedrückte Stimmung und Schäden entstanden.

1947 Kalter Krieg

In 1947 kam es nochmals zu einer Bärenmarkt-Phase, nachdem der S&P 500 zuvor einen 4,1-jährigen Aufschwung mit einer Steigerung von ungefähr 210 % erlebte. Die Folgen des 2. Weltkriegs und die der Weltwirtschaftskrise hatten immer noch Einfluss auf das Börsengeschehen. Die Baisse dauerte 11 Monate an und es kam zu einem Verlust von -21%. Danach folgten 14,8 Jahre fast kontinuierliches Wachstum mit einer Steigerung von insgesamt 908 %, trotzdem fiel der S&P 500 Index darauffolgend in einen kurz andauernden Bärenmarkt von 4 Monaten, bei dem ein Wachstum von -21 % stattfand.

1970 Vietnam Krieg

Nachdem der Bärenmarkt von 4 Monaten überstanden war, stiegen die Kurse wieder für 6,4 Jahre. Der Bullenmarkt war zurück. Insgesamt war ein Plus von 143,7 % zu verzeichnen. Doch nach diesen 6,4 Jahren war es wieder Zeit für eine Baisse, welche 1,6 Jahre andauerte und mit einem Verlust von knapp 30 % einherging. Der jährliche Effektivzins betrug während dieser Zeit durchschnittlich -19,6 %.

1974 Ölkrise

Nach 1,6 Jahren Bärenmarkt übernahmen die Bullen wieder. Die Hausse dauerte jedoch nur 2,5 Jahre an, bis es letztendlich wieder zu fallenden Kursen kam. Rund um 1974 kam es erneut zu einem Bärenmarkt mit einem Gesamtwachstum von -37,2% und einem durchschnittlichen Effektivzins von -20,8 %.

1987 Schwarzer Montag

Am 19. Oktober 1987 kam es zu einem nochmaligen weltweiten Börsencrash (schwarzer Montag), welcher am Hong Kong Stock Exchange begann und dann seinen Lauf über Europa bis hin zu Amerika machte. Mögliche Gründe waren eine immer größer werdende Unsicherheit aufgrund von Anzeichen für das Ende einer Hausse, der Vertrauensverlust in den US-Dollar und der mögliche Druck, den die zunehmende Digitalisierung machte. Es wird vermutet, daß die zunehmede Computerisierung der großen Finanzhäuser und deren ähnliche Absicherungsmechanismen einen Kaskadeneffekt auslöste, der die Märkte nach unten zog.Der S&P 500 büßte einen Gesamtverlust von 29,5 % ein und eine Bärenmarkt-Phase von 3 Monaten begann.

2001 Dotcom-Bubble

Aufgrund des Dotcom-Crashes fiel der S&P 500 insgesamt um 44,7 % und der durchschnittliche Effektivzins pro Jahr betrug -24,8 %. Die Baisse hielt 2,1 Jahre an. Der Grund für den Börsenkrach war das Platzen einer Spekulationsblase, die besonders die Dotcom-Unternehmen (Internetunternehmen) der New Economy betroffen hatte.

2007 Finanzkrise

Im Zuge der Finanzkrise in 2007 und 2008 verlor der S&P 500 wieder und fiel über einen Zeitraum von 1,3 Jahren den Bären zum Opfer. Es kam zu Verlusten von insgesamt 51 %. Erst ab dem Frühjahr 2009 begann er, wieder zu steigen. Auslöser für die Finanz-, bzw. Weltfinanzkrise waren unter anderem eine Preisblase am USImmobilienmarkt,
eine steigende Einkommensungleichheit und die Eigenheimförderung in den USA. Neben dieser 1,3-jährigen Baisse zeigt die Grafik noch den Zeitraum bis 2019 an. Die Bullen
haben seit der Finanzkrise wieder übernommen und auf der Grafik ist ein Wachstum von 451,3 % verzeichnet.

2020 Corona Crash

Der Corona Crash ist bisweilen der schnellste der Geschichte. Weltweit sind die Aktienkurse in nur sechs Wochen um 24 Prozent eingebrochen. 50.805 weltweit börsennotierten Unternehmen haben 19,4 Billionen Euro an Wert verloren. In so kurzer Zeit ist dieser Verfall historisch einzigartig. Der S&P500 verlor vom 19.02.2020 bis 23.03.2020 -34% und erholte ich anschließend 23.03.2020 bis 08.06.2020 +45%. Auch das ist historisch aussergewöhnlich.

Wie lange dauert ein durchschnittlicher Bullen-, bzw. Bärenmarkt?

Laut der obigen Grafik dauert eine Bullenmarkt-Phase, eine Hausse, beim S&P 500 Index durchschnittliche 6,6 Jahre und geht mit einem Wachstum von 339 % einher. Ein Bärenmarkt hat eine durchschnittliche Dauer von 1,3 Jahren und einen durchschnittlichen Verlust von -38 %. Verständlicherweise beziehen sich diese Angaben nur auf den S&P 500 Index, jedoch kann man von Ähnlichkeiten für die anderen Indizes ausgehen.

Fazit: Das Schreckgespenst Börsencrash ist meist nur von kurzer Dauer. Während die geldbringenden positiven Phasen immer überwogen haben. Die meisten Menschen bleiben der Börse wegen der kurzen Negativphasen fern und verspielen damit die gewaltigen Chancen der Positivphasen. Mein Ziel ist es diese Wahrnehmung ins rechte Licht zu rücken. Wir bleiben ja auch nicht zu Hause, trotzdem es im Straßenverkehr viele Unfälle und Tote gibt. Dafür verspielen wir die Chance eines finanziell erfüllten, sicheren und reichen Lebens bishin zu einem abgesicherten Ruhestand.

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Über Stefan Eggl 66 Artikel
Stefan Eggl schreibt hier über seine Erfahrungen zum Thema Vermögensaufbau. Er ist überzeugt, dass jeder sein Geld mit den richtigen Investments vermehren kann. Auch Du!

2 Kommentare

  1. Hey Stefan, vielen Dank für die tolle und ausführliche Darstellung. Ich finde die historischen Charts der großen Indices wie dem S&P500 oder dem MSCI World immer wieder faszinierend und stärken mich in meiner Überzeugung, bevorzugt in kostengünstige ETFs in genau diese Indices zu investieren.

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