Die 5 teuersten Wörter an der Börse

10 Jahre nach der Finanzkrise

Kennst Du diesen Spruch?
Dieses Mal ist alles anders.

Das erste Mal, als mir dieser Spruch begegnet ist, war ich noch Börsenanfänger. 1998 und die Zeit des boomenden Neuen Marktes. Die Stimmen wurden immer lauter und mahnender. Die Bewertungen sidn jenseits von gut und böse. Das kann nicht ewig so weiter gehen usw. usw. Damals sagte man sich auch Dieses Mal ist alles anders. Es ist eine andere Zeit. Das Internet hat alles verändert – ganz neue – nie dagewesene Möglichkeiten sind dadurch entstanden. Plötzlich kann man von heute auf morgen global agieren. Unternehmensgewinne entwickeln sich nicht mehr regional oder landesweit, bis sie sich nach Jahrzehnten global ausbreiten können. Das geht jetzt alles viel schneller. Demzufolge darf auch eine Bewertung heute ganz anders aussehen wie füher. Dieses Mal ist alles anders – dieses Mal wird man reich, wenn man diese neuen Aktien kauft.

Was daraus geworden ist?

Viele dieser hochgepriesenen Firmen gibt es heute nicht mehr. Andere haben es aber geschafft. Auch AMAZON, Google und Facebook hatten unnormal hohe Bewertungen und haben es doch zu etwas gebracht. Man kann – wie überall – nicht alles pauschalisieren. Und man kann – wie immer – nicht vorhersehen wer es schafft und wer nicht. Diese Auswahl ist wahrhaftig ein Glücksrad.

Was geschah dann?

2009 die Finanzkrise. Die Welt wie wir sie kennen wird zusammen brechen. Das Ende des Wachstums ist da. Kann ja nicht ewig so weiter gehen. Alle Währungen der Geschichte sind irgendwann zusammengebrochen und es kam eine neue. Der Crash ist eh bereits überfällig – Dieses Mal ist alles anders – wer jetzt nicht alles verkauft, wird bankrott gehen. Viele haben es getan und den anschließenden Aufschwung, der nun ins 10. Jahr geht verschlafen, den Rücken gekehrt, es nicht wahr haben wollen, zu lange zugesehen – jedenfalls nicht mitgemacht und fragen sich bis heute ob man jetzt noch einsteigen kann. Denn – Dieses Mal ist alles anders – dieses Mal wird der Crash noch viel schlimmer ausfallen. Es wir der Endzeitcrash sein! Ein Bestsellerbuch titelt „Der Crash ist die Lösung“. Nur – wovon sagt es nicht. Dieses Mal ist alles anders – dann würde der Reset Knopf gedrückt werden und die Menschheit könnte von vorne beginnen. Dieses Mal ist alles anders – ich glaube nicht wirklich daran! Es würde alles von vorne beginnen, aber das Resultat wäre immer wieder das Selbe. Weil wir Menschen uns nicht verändern.

Niemand will wirklich auf die Annehmlichkeiten der modernen Welt verzichten. Es gibt Umweltdebatten en Masse, aber auf das Auto, Urlaub oder Hygiene will niemand verzichten. Wir wollen das alles behalten, aber umweltbewußt soll es sein. Weißt Du, daß EIN Containerschiff auf EINER Fahrt so viel Sprit verbrennt, wie wir alle in Deutschland mit unseren Autos in EINEM Jahr? Und es gibt ca. 10.000 Containerschiffe auf den Weltmeeren! PLUS Kreuzfahrtschiffe und viele kleine Dampfer, Yachten und Boote. Erzähl mir doch bitte niemand, daß wir mit unseren Autos sparsam umgehen sollen, weil es der Umwelt hilft! Und andernorts wird der Dreck nur so rausgejagt.

Fangen wir doch mal an und kaufen weniger Weihnachsgeschenke. Vor allem die umweltbelastenden Plastik-Quatschgeschenke die danach rumliegen oder nach ein paar Tagen im Müll landen. Fangen wir doch einmal an und fahren alles brav zum Wertstoffhof, statt es in die Papiercontainer zu stopfen oder in den Wald zu kippen. Fangen wir doch mal an und werfen nicht gleich alles weg, weil es ein paar Jahre alt ist. Ich finde so oft noch gute Sachen bei unserem örtlichen Wertstoffhof, daß ich mich oft frage, ob das mit dem Umweltschutz nur eine Floskel ist. Weil vieles was ich sehe steht dem oft in krassem Widerspruch. Fangen wir doch mal an und fahren mit öffentlichen in die Arbeit statt mit dem Auto. Fangen wir doch mal an und fahren mehr mit dem Fahrrad, statt wegen jedem Kleinkram mit dem Auto. Fangen wir doch mal an und kaufen nicht ständig irgendwelche Putzmittelchen, die sich bei manchen stapeln, weil sie doch keiner benutzt. Und zu viel Sterilität im Leben auch Unsinn ist, weil das Immunsystem dann nichts mehr zu tun hat und Autoimmunkrankheiten wie z.B. Multiple Sklerose hervor bringt. Fangen wir doch mal an und verzichten auf Urlaub. Zu Hause kann Urlaub auch richtig erholsam sein! Der Umwelt wäre gedient. Wie viele Autos würden keinen Sprit verbrennen um nicht zum Gardasee zu fahren? Wie viele Flugzeuge würden kein Kerosin in die oberen Luftschichten verteilen wenn niemand fliegen würde? Wie viel Schweröl müßte nicht verbrannt werden wenn wir auf die ganze Chinaware incl. Weihnachten verzichten könnten? Ein mittelgroßes Containerschiff von 12.000 TEU (Twenty-foot Equivalent Unit, Frachteinheit) verbraucht bei voller Ladung 300 Tonnen Schweröl PRO TAG. Ein mal Volltanken kostet 5,3 Mio Euro!

Aber nein – das wird nicht passieren. Schon in den 1990er Jahren gab es Rundmails mit „Tankt alle nicht mehr bei ARAL“ weil die machen die Umwelt kaputt. Dieses Mal ist alles anders – wir werden die Welt wach rütteln, uns zusammenschließen und alles ändern. Ein paar haben das wohl vorübergehend gemacht. Bis sie gemerkt haben, daß ARAL das überhaupt nicht juckt und der geplante Aufstand wie eine Seifenblase im Universum zerplatzt.

10 Jahre nach der Finanzkrise ist immer noch vieles beim Alten. Nicht alles – aber vieles. Veränderungen brauchen Zeit. Manchmal sehr viel Zeit. Ok – Gurken werden nicht mehr in Folie verpackt und Plasikgeschirr wurde verboten. Aber hilft uns das wirklich die Welt zu retten? Ich fahre trotzdem jede Woche Berge von Papier und Plastik zu den Containern. Die Menge hat sich nicht verändert. Die Börsen klettern seit 2009 kontinuierlich nach oben. Da sollte jetzt aber langsam wieder ein Crash kommen? Dieses Mal ist alles anders – im Negativen. Nein – das kann nicht so weiter gehen. Noch nie gab es eine so lange Hausse am Stück. Ein Crash MUSS kommen. Es prophezeihen ja auch alle.

Ich gebe zu, vieles sieht überdreht aus und eine Korrektur würde den Märkten gut tun. Der Dow steht bald wie eine Fahnenstange da, was erfahrungsgemäß bedeutet – DAS kann so nicht weiter gehen. Aber von einem Crash sind wir Meilenweit entfernt. Einer Crashgefahr würde ich zustimmen, wenn der Dow in 1-2 Jahren auf 40.000 Steigt. Bei 27-28.000 ist momentan die normale Range. Heute steht er bei 29.348, das erscheint etwas hoch aber nicht zu hoch. Dieses Mal ist alles anders?

Kommt drauf an, was man sehen will. Der heilige Gral wird immer noch gesucht… Dafür gibt es immer noch Aktien, die diese Überdrehung nach oben nicht mitgemacht haben – im Gegenteil – sogar korrigiert haben und aktuell gut zum Kauf da stehen. Deshalb verkaufe ich trotzdem die Überflieger nicht, weil ich vom Mindset ganz anders ticke. Mir ist es vollkommen egal was einzelne Werte machen. Nur zum Kaufzeitpunkt interessiert mich die Aktienauswahl, damit ich nicht zu teuer einkaufe. Aber das macht man im Supermarkt ja auch, wenn man Brot, Wurst und Milch kauft. Sonst wäre das gleichzusetzen mit dem Kühlschrankinhalt und man ärgert sich, weil die Butter die man vor 2 Tagen gekauft hat 20 Cent teurer war als die von heute. Absoluter Nonsens!

Dieses Mal ist alles anders

Diese 5 Wörter haben schon viele Menschen viel Geld gekostet. Entweder weil sie nicht dabei waren als es aufwärts ging. Oder weil sie dabei waren und es nach unten ging. Wie meistert man dieses Problem? Indem man sich ein Finanzziel setzt und es gnadenlos verfolgt. Egal ob es nach oben geht (dann freut man sich) oder es nach unten geht (dann sollte man versuchen den Verlust durch Nachinvestieren zu kompensieren). Und DAS ist die schwierigkeit, weil dann die Angst das Handeln blockiert. Ich habe mir einen 3-Schritte Einstiegsplan zurecht gelegt (daß man erst das Kapital dazu zusammensparen muß versteht sich von selbst! Bei kleineren Beträgen kann das ganz anders aussehen) und habe mich einfach daran gehalten.  5000 € Start, wenn -10% noch mal Nachkaufen mit 2500 € und wenn noch mal -10% dann letzte Tranche mit 1250 €. Geht es nach oben habe ich es gelassen und mich auf andere Werte konzentriert. Damit habe ich mir über 7 Jahre ein gesundes und rentables Depot aufgebaut, das inzwischen genug abwirft um davon leben zu können. Ist alles investiert, hält man die Füsse still! Ganz nach Peter Lynch „Ihr schlussendlicher Erfolg oder Ihre Niederlage werden von Ihrer Fähigkeit abhängen, die Sorgen der Welt lange genug zu ignorieren, um Ihren Anlagen Zeit zu geben sich zu rentieren.“

Als der Neue Markt geboomt hat hieß es Dieses Mal ist alles anders und NEIN – es war wieder einmal nicht anders, sondern hat im Anschluß als Crash korrigiert. Als 2008/9 die Finanzkriese war, hieß es Dieses Mal ist alles anders und wieder wurde man eines besseren belehrt und die Märkte steigen seit 10 Jahren nach oben. Aktuell fließen wir immer noch im „Fahrwasser“ – zugegeben auf etwas hohem Niveau – heißt eine Korrektur wird dieses Jahr noch anstehen – und es werden Stimmen laut, daß nach 10 Jahren nun langsam einmal Ende sein muß. Denn Dieses Mal ist alles wie immer – ja? wirklich? NEIN – es muss nicht enden. Es kann auch noch viele Jahre so weiter gehen. Momentan deuten alle Indikatoren darauf hin. Aber vielleicht ist ja Dieses Mal alles anders ? Immerhin befinden wir uns in einer noch nie dagewesenen NULL-Zins Ära…

Dieses Mal ist alles anders – nein – auch dieses Mal wird es nicht anders sein! Gute Vermögenswerte werden weiter steigen und Pessimisten werden am Seitenstreifen stehen und zusehen wie die Optimisten immer reicher werden. Wie heißt es so schön? Die Pessimisten bekommen die Schlagzeilen – die Optimisten die Gewinne.

Der entscheidende Unterschied liegt in der Auswahl der Wertpapiere UND noch viel mehr in den 13 cm Schwabbelmasse zwischen den Ohren – dem Mindset wie man grundsätzlich mit dem Thema Geld und Vermögen umgeht. Bei Lufthansa, Daimler oder Thyssen Krupp kann man sich tot warten und es wird sich nicht rentieren. Wie auch bei 95% aller anderen weltweiten Aktien. Wie man die Spreu vom Weizen trennt, habe ich über 3 Jahrzehnte analysiert, herausgefunden und erfolgreich für mich angewendet.

Wer tiefer in die Materie eintauchen möchte, kann mich gerne für ein Strategiegespräch oder ein Coaching kontaktieren.

 

 

 

 

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Über Stefan Eggl 58 Artikel
Stefan Eggl schreibt hier über seine Erfahrungen zum Thema Vermögensaufbau. Er ist überzeugt, dass jeder sein Geld mit den richtigen Investments vermehren kann. Auch Du!

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