Buchrezension – HIGH RETURNS FROM LOW RISK

Pim van Vliet belegt das Low risk paradoxon in der geldanlage

Grafiken (c) FinanzBuch Verlag

Ein spannendes Buch, dessen Inhalt ich seit 20 Jahren intuitiv in meine Investmentstrategie mit eingebaut habe. Interessant, daß das erst 2017 jemand in ein Buch packt. Okay – es gab auch schon vorher andere Veröffentlichungen – aber eher in der oft unbeachteten Fachpresse…

»Eine höhere Rendite geht immer mit einem höheren Risiko einher!« Für Generationen von Anlegern gilt das als einer der Glaubenssätze des Investierens. Aber hält dieses Dogma auch einer tief gehenden Überprüfung stand?

Pim van Vliet und Jan de Koning beweisen in »High Returns from Low Risk« das Gegenteil. Die beiden Investment-Spezialisten haben akribisch historische Marktdaten ab 1929 analysiert, anhand derer sie belegen können: Die Anlage in risikoarme Aktien bringt nicht nur überraschend hohe, sondern sogar signifikant höhere Renditen als die Investition in hochriskante Papiere.

Aus den Ergebnissen ihrer Datenanalyse leiten van Vliet und de Koning Kriterien ab, die Ihnen ermöglichen, die richtige Struktur für ihr risikoarmes Depot zu finden. So erklären sie im Detail, auf welche Hinweise bei der Auswahl von Aktien, ETFs und Aktienfonds zu achten ist.

Seit Dekaden ist bekannt, dass Aktien mit bestimmten Charakteristiken den Gesamtmarkt langfristig relativ zuverlässig schlagen. Dabei ist die Low-Risk Anomalie aus Endanlegersicht besonders attraktiv, da mit entsprechendem Anlagefokus die mit Aktieninvestments verbundenen Kursschwankungen gedämpft werden können.

Buchkapitel:

Stimmen zum Buch / Vorwort zur deutschen Übersetzung / Einleitung

Kapitel 1: Das Gegenteil von dem, was man anstrebt

Kapitel 2: Herr Sparsam geht an die Börse

Kapitel 3: Die Schildkröte schlägt den Hasen

Kapitel 4: Ein kleines bisschen ist genug

Kapitel 5: Das achte Weltwunder

Kapitel 6: Alles ist eine Frage der Perspektive

Kapitel 7: Die verführerische Seite von Risiko

Kapitel 8: Billig kaufen und der Trend ist dein Freund

Kapitel 9: Aller guten Dinge sind drei

Kapitel 10: Schildkröten und Hasen erkennen

Kapitel 11: Alles in feine Scheiben schneiden

Kapitel 12: Zurücklehnen und entspannen

Kapitel 13: Handle wenig, sei geduldig

Kapitel 14: Der größte Sieg von allen

Kapitel 15: Die goldene Regel

Kapitel 16: Das Paradox ist überall

Kapitel 17: Wird das Paradox bestehen bleiben?

Kapitel 18: Abschließende Überlegungen

Epilog: Die Sicht von Jan de Koning

Anhang / Danksagungen / Literaturverzeichnis

 

Ich habe oft das Gefühl, Aktien werden als eigenständiges Produkt deklariert mit dem man dann Handel betreibt. Wie ein Bauer der Kartoffeln anbaut und dann auf dem Markt anbietet. Erst wird spekuliert wie gut die Ernte ausfallen könnte und dann wird mit den Kartoffeln gehandelt auf Teufel komm raus. Der Begriff abstraktiert was es eigentlich ist und deshalb benutze ich lieber den Begriff „Geschäftsmodell“. Es sind Geschäftsmodelle über die wir uns unterhalten. Und Geschäftsmodelle funktionieren – oder eben nicht. Ein Geschäftsmodell ist erfolgreich, wenn es gut und dauerhaft funktioniert. Eigentlich banal! Kein Bill Gates oder Jeff Bezos sind Milliardäre geworden, weil sie sich mit ihren Aktien reich gehandelt haben. Das scheint trotzdem die Masse nicht davon abzuhalten es trotzdem zu versuchen. Statistisch bewiesen mit mäßigem Erfolg!

Pim van Vliet hat 4 Jahre lang Daten gewälzt und empirisch bewiesen, daß Aktien mit geringer Volatilität langfristig WESENTLICH mehr Ergebnis liefern als Aktien mit durchschnittlich hoher Volatilität. Wobei Trader Volatilität lieben und brauchen, denn das ist ja genau das Geschäftsmodell eines Traders. Einsteigen – eine große Bewegung mit machen und wieder Aussteigen.

Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte tut besser daran sich mit der Philosophie in diesem Buch anzufreunden!

Das Fiese daran: Kurzfristig wird diese Strategie zu schlechterne Ergebnissen führen als es der Rest des Marktes tut. Und das auszuhalten und nicht zu sagen „Aber mit dem Dow Jones hätte ich seit 1 Jahr fast das Doppelte gemacht“ – ist wirklich nicht einfach! So mancher wird die eigentlich richtige Strategie über den Haufen werfen und sich verlocken lassen in die „stärkere“ Anlageklasse zu wechseln. Und dann ergeht es ihm wie dem Autobahnspringer, der im Stau ständig die Fahrspur wechselt um jede Gelegenheit wahr zu nehmen schneller vorwärts zu kommen und am Ende ist er der Langsamste…

Wie sehen die Unterschiede in Zahlen aus?

Der „Versuchsaufbau“. Jedes Jahr werden aus einem Pool von 1000 Aktien die 100 mit der höchsten Volatilität und 100 mit der niedrigsten Volatilität ermittelt und gekauft. Als Referenz nehmen wir als Gesamtmarkt den S&P500.

Start ist 1929 und 100 $

Was wäre daraus bis 2015 geworden?

Die High Volatility Strategie hätte 1373 $ geliefert. Richtig gelesen – es hätte sich nach 86 Jahren gerade einmal verdreizehnfacht. Das sind immerhin 3% pro Jahr – mehr als es heute auf jede sichere Bankeinlage Zinsen gibt!

Was hätte man vom Markt bekommen? Bei durchschnittlich 10%/Jahr wären aus 100$ 362.886 $ geworden.

Und mit der Low Volatility Mehode? Im Schnitt 15% pro Jahr – ergebnis – Trommelwirbel –
21 Millionen $ ! Nur 5% mehr als der Marktdurchschnitt, aber der Zinseszins macht über die Zeit so viel mehr daraus.

Folgende Grafiken veranschaulichen das noch einmal in anderer Darstellung

Um es in meinen Worten zu sagen: Geschäftsmodelle die wackelig sind, sind unsicher und bringen auch weniger Rendite als Geschäftsmodelle die stabil funktionieren und dauerhaften Erfolg nachweisen können. Warum zum Teufel soll ich mein Geld in riskante Geschäftsmodelle stecken, wenn ich es auch anders haben kann und auch noch mehr dabei heraus kommt?

Kapitel 13 des Buches lautet: Handle wenig, sei geduldig

Eine Eigenschaft die in der heutigen schnellebigen Zeit nicht mehr gepflegt wird. Wo wir um das Warten nicht herum kommen ist das Wachstum auf den Feldern. Mais. Kartoffeln, Reis, Weizen – es braucht seine Zeit bis es wächst und reift. Diese Zeit kann man nicht verkürzen. Vermögensaufbau braucht auch seine Zeit. Warren Buffet sagte einmal dazu: „Wer im Schatten sitzen möchte, muß einen Baum pflanzen“. Viel Handeln macht in diesem Fall das genaue Gegenteil von dem was man erreichen möchte. Nur muß man trotzdem erst wissen was man tut. Wenn man Aktien ins Depot legt, die zwar eine geringe Volatilität haben, aber Jahrzehnte auf demselben Niveau bleiben, dann funktioniert das auch nicht! Auch logisch oder?

Im Ganzen ein sehr gelungenes Buch, das einen angenehmen Witz und Charme versprüht und leicht zu lesen ist. Was mir persönlich nicht so gut gefällt ist die Tatsache, daß man jedes Jahr von neuem 1000 Aktien screenen muß und jedes Jahr aktiv werden muß um diese Strategie umsetzen zu können. Da gibt es einfachere Wege…


Logik ist immer so eine Sache. Da sagte mal jemand: „Denken ist eines der schwierigsten Sachen – deshalb tun es so wenige…“

Wenn ich mir die ganzen Börsen-Halbwahrheiten so ansehe:

Buy & Hold ist das Beste – NEIN – ist es nicht! Wenn ich nur Aktien habe die auf ihrem Niveau bleiben oder Verluste machen, kann ich mich tot warten und es wird nichts passieren!
Kauf am besten Aktien die eine hohe Dividende zahlen „das ist der neue Zins“ – NEIN – wenn ich  nur High Yields habe, die auf ihrem Niveau bleiben oder auch noch Substanz verlieren komme ich finanziell nicht vorwärts. Siehe Prospect Capital, lieferte 2017 15% Dividende und stand bei 9 Euro. Heute (26.05.2021) 8,6% Dividende und nur noch 7 Euro Kurs. Das hat man mit dem richtigen Wissen vor 4 Jahren auch schon vorhersehen können!
Streuung ist das A und O, also am besten einen Fonds oder ETF kaufen – NEIN – wenn ich zwar einen gemischten Obstkorb habe, aber die Hälfte zum Schimmeln anfängt bringt mir das auch nicht wirklich viel.
Und dann noch die ganzen Marktschreieraktien „Wasserstoff, Cannabis, Grüne Energie“ und was noch alles gehypt wird. NEIN – das Meiste wird nicht einmal die nächsten 5 Jahre überleben!

Die Besten Beispiele sind wieder die die wir alle kennen:
Air Berlin – pleite
Solarworld – pleite
Hertz – pleite
Hätte man das voher sehen können ? JA
Wirecard pleite – hätte man das vorher sehen können – NEIN – Wirecard ist ein Absoluter Ausnahmefall – aber deshalb diversifiziert man ja auch. Wirecard war im DAX und 21 Milliarden Euro Wert und als der Kurs in den Keller gerauscht ist, hat der DAX nicht einmal gezuckt. DAS ist die Macht der Diversifizierung!

Wer WIRKLICH finanziell vorwärts kommen will, braucht etwas ganz anderes – eine funktionierende und vom Mediengeschrei unabhängige STRATEGIE. Wer lernen möchte, wie das mit inzwischen empirisch untersuchten und wissenschaftlich nachgewiesenen FAKTEN funktioniert, macht am Besten einmal ein Erstgespräch mit mir und dann sehen wir, ob die Chemie paßt und ob ich Dir helfen und mit Dir arbeiten kann. Danach wird die Welt nie wieder die Selbe für Dich sein und dann sind 12-16% ein „Kinderspiel“ für Dich (wenn Du alles richtig umsetzt!).

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Stefan Eggl schreibt hier über seine Erfahrungen zum Thema Vermögensaufbau. Er ist überzeugt, dass jeder sein Geld mit den richtigen Investments vermehren kann. Auch Du!

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